Aminosäuren sind die Bausteine von Proteinen und für Muskelaufbau, Regeneration und Stoffwechsel essenziell. Bei FitPoint24 bekommst du das komplette Spektrum von BCAA (Verzweigtketten-Aminosäuren) über EAA (essenzielle Aminosäuren) bis zu Spezial-Aminosäuren wie L-Glutamin, L-Arginin, Beta-Alanin, Taurin und L-Carnitin, von Marken wie Olimp, ESN, Quamtrax, BioTech USA, Body Attack und IronMaxx. Der Mensch braucht 20 Aminosäuren, davon sind 9 essenziell und müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Für Kraftsportler liegt der empfohlene Tagesbedarf bei 1,6 bis 2,4 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht, der über Mahlzeiten und Supplements gedeckt wird. Stand der Informationen: Mai 2026.
Was sind Aminosäuren?
Aminosäuren sind organische Verbindungen, die als Bausteine aller Proteine im menschlichen Körper dienen. Sie enthalten eine Aminogruppe, eine Carboxylgruppe und einen variablen Rest. Aus den 20 proteinogenen Aminosäuren werden alle körpereigenen Proteine aufgebaut, von Muskel- und Bindegewebsstrukturen über Enzyme und Hormone bis zu Antikörpern.
Wenn du Protein über die Nahrung aufnimmst, wird es im Magen-Darm-Trakt zu einzelnen Aminosäuren oder kurzen Peptiden zerlegt. Diese werden ins Blut aufgenommen und stehen den Zellen zur Verfügung. In den Zellen werden sie wieder zu spezifischen Proteinen zusammengesetzt, die der Körper aktuell braucht.
Im Sportbereich sind Aminosäuren besonders wichtig, weil intensives Training Mikrotraumen in der Muskulatur verursacht, die mit neuen Proteinen repariert werden müssen. Dieser Prozess wird Muskelproteinsynthese genannt und ist die biologische Grundlage des Muskelaufbaus.
Aminosäure-Supplements liefern entweder einzelne Aminosäuren in konzentrierter Form (L-Glutamin, L-Arginin, Beta-Alanin) oder Mischungen mehrerer Aminosäuren (BCAA, EAA). Sie ergänzen die Proteinversorgung gezielt für bestimmte Trainings-Situationen wie nüchternes Training, Diätphasen oder lange Belastungen.
Essenzielle und nicht-essenzielle Aminosäuren
Von den 20 proteinogenen Aminosäuren sind 9 essenziell, was bedeutet, dass der Körper sie nicht selbst herstellen kann und sie über die Nahrung aufnehmen muss. Die restlichen 11 sind nicht-essenziell oder semi-essenziell.
Die 9 essenziellen Aminosäuren (EAA): Leucin, Isoleucin, Valin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Histidin. Diese müssen täglich über tierische oder pflanzliche Proteinquellen aufgenommen werden. Eine Unterversorgung führt zu Muskelabbau und Stoffwechsel-Problemen.
Die 3 BCAAs (Branched-Chain Amino Acids): Leucin, Isoleucin und Valin sind die drei verzweigtkettigen Aminosäuren und Untergruppe der EAAs. Sie haben eine besondere Bedeutung, weil sie direkt in den Muskelzellen verstoffwechselt werden, statt zuerst die Leber zu durchlaufen. Leucin ist der wichtigste Stimulator der Muskelproteinsynthese.
Die nicht-essenziellen Aminosäuren: Alanin, Asparagin, Asparaginsäure, Glutaminsäure, Serin. Diese kann der Körper aus anderen Bausteinen selbst herstellen.
Die semi-essenziellen Aminosäuren: Arginin, Cystein, Glutamin, Glycin, Prolin, Tyrosin. Diese werden normalerweise vom Körper selbst gebildet, können aber in bestimmten Lebensphasen (Wachstum, Stress, Krankheit, intensives Training) zu Mangelware werden und sollten dann zugeführt werden.
Im Sport-Kontext bedeutet das: Wer ausreichend hochwertiges Protein über die Nahrung deckt (Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier oder eine gut kombinierte vegane Ernährung), bekommt alle essenziellen Aminosäuren in ausreichender Menge. Aminosäure-Supplements ergänzen gezielt für spezielle Situationen.
Die wichtigsten Aminosäuren im Sport
Im Sport-Supplement-Bereich gibt es eine Handvoll Aminosäuren mit klar definierten Effekten, die wissenschaftlich gut untersucht sind. Hier eine Übersicht der wichtigsten mit ihren Haupteffekten.
BCAA (Leucin, Isoleucin, Valin): Klassische Muskelaufbau- und Anti-Katabol-Aminosäuren. Wirken vor allem über Leucin als Stimulator der Muskelproteinsynthese. Geeignet bei nüchternem Training und in Diätphasen.
EAA (alle 9 essenziellen Aminosäuren): Vollständiges Aminosäure-Profil für maximale Muskelproteinsynthese. Wissenschaftlich effektiver als reine BCAAs, weil das komplette Spektrum vorhanden ist.
L-Glutamin: Häufigste Aminosäure in der Muskulatur. Unterstützt Regeneration, Immunsystem und Darmgesundheit. Besonders interessant bei hohem Trainingsvolumen.
L-Arginin und L-Citrullin: Vorstufen von Stickstoffmonoxid (NO). Unterstützen Durchblutung, Pump und Nährstoff-Transport. Citrullin ist effektiver als direkte Arginin-Gabe.
Beta-Alanin: Vorstufe von Carnosin in den Muskelzellen. Verzögert die muskuläre Übersäuerung bei hochintensiven Belastungen.
Taurin: Schwefelhaltige Aminosäure mit antioxidativen Eigenschaften. Unterstützt Zellfunktion und Wasserbindung in der Muskulatur.
L-Carnitin: Transportiert Fettsäuren in die Mitochondrien zur Verbrennung. Eingesetzt in Diätphasen und für Recovery-Unterstützung.
L-Tyrosin: Aminosäure-Vorstufe von Adrenalin und Dopamin. Verbessert mentalen Fokus unter Belastung.
HMB (Beta-Hydroxy-Beta-Methylbutyrat): Stoffwechselprodukt von Leucin mit eigenständigen anti-katabolen Eigenschaften.
BCAA: Leucin, Isoleucin, Valin
BCAA steht für Branched-Chain Amino Acids und umfasst die drei verzweigtkettigen essenziellen Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin. Sie sind seit Jahrzehnten der Klassiker im Sportler-Supplement-Bereich.
Wirkmechanismus: Im Gegensatz zu anderen Aminosäuren werden BCAAs direkt in den Muskelzellen verstoffwechselt, nicht in der Leber. Das macht sie schnell verfügbar bei körperlicher Belastung. Leucin aktiviert dabei den mTOR-Signalweg, einen der wichtigsten Regulatoren der Muskelproteinsynthese.
Verhältnis 2:1:1: Das in den meisten Studien als optimal nachgewiesene Verhältnis ist 2 Teile Leucin zu 1 Teil Isoleucin zu 1 Teil Valin. Marken wie Olimp BCAA Xplode oder ESN BCAA verwenden dieses Standard-Verhältnis. Höhere Leucin-Anteile wie 4:1:1 oder 8:1:1 sind in Studien meist nicht überlegen.
Wirksame Dosis: 5 bis 10 g BCAA pro Portion, idealerweise vor oder während des Trainings. Die kritische Leucin-Schwelle für maximale Muskelproteinsynthese-Stimulation liegt bei etwa 3 g pro Portion.
Wann sind BCAAs wirklich sinnvoll: Bei nüchternem Training (z.B. morgens vor dem Frühstück), in Diätphasen mit reduzierter Proteinzufuhr, bei sehr langen Trainingseinheiten über 90 Minuten und bei vegetarischer oder veganer Ernährung.
Wann sind BCAAs überflüssig: Wenn du bereits ausreichend Whey-Protein oder eine vollwertige Mahlzeit vor dem Training konsumierst, sind zusätzliche BCAAs in der Regel nicht notwendig. Whey-Konzentrat enthält bereits 5 bis 6 g BCAAs pro 30-g-Portion.
Geschmack und Form: BCAAs gibt es als Pulver in aromatisierten Versionen (Citrus, Wassermelone, Apfel) und als Kapseln. Pulver ist günstiger pro Wirkstoff, Kapseln sind praktischer unterwegs.
EAA: Essenzielle Aminosäuren
EAA (Essential Amino Acids) sind Supplementkomplexe mit allen 9 essenziellen Aminosäuren in wissenschaftlich definierten Verhältnissen. EAAs haben in den letzten Jahren BCAAs als überlegene Aminosäure-Supplementierung weitgehend verdrängt.
Wirkmechanismus: Während BCAAs nur drei der neun essenziellen Aminosäuren liefern, decken EAAs das vollständige Profil ab. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass alle 9 essenziellen Aminosäuren in ausreichender Menge vorhanden sein müssen, um eine maximale Muskelproteinsynthese zu erreichen. Wenn auch nur eine essenzielle Aminosäure fehlt oder limitiert ist, läuft die Proteinsynthese ineffizient.
Wirksame Dosis: 10 bis 15 g EAA pro Portion, mit etwa 3 g Leucin als kritischer Schwelle. Die meisten Premium-EAAs liefern diese Mengen in einer Standardportion.
Vorteil gegenüber BCAAs: Studien zeigen, dass EAAs die Muskelproteinsynthese stärker stimulieren als reine BCAAs. Eine 2017 publizierte Studie verglich BCAAs mit EAAs und fand signifikant höhere Aminosäure-Verfügbarkeit und Proteinsynthese-Raten bei EAA-Supplementierung.
Anwendungsgebiete: EAAs eignen sich besonders für nüchternes Training, Intra-Workout-Versorgung bei langen Trainingseinheiten, Diätphasen mit reduzierter Proteinzufuhr, ältere Erwachsene mit altersbedingt reduzierter Proteinsynthese und vegane Sportler, deren Proteinquellen oft nicht alle essenziellen Aminosäuren in optimaler Menge enthalten.
Geschmack: Reine EAA-Pulver schmecken bitter, daher sind aromatisierte Versionen Standard. Citrus, Tropical und Mango sind beliebte Aromen.
EAA-Format MAP (Master Amino Acid Pattern): Eine besondere Formulierung mit definiertem Aminosäure-Verhältnis für maximale Verwertung mit minimalem Stoffwechsel-Abfall. Beispiele: Quamtrax EAA MAP (siehe Quamtrax).
L-Glutamin
L-Glutamin ist die häufigste freie Aminosäure im menschlichen Körper und macht etwa 60 Prozent der Aminosäuren in der Muskulatur aus. Es spielt eine zentrale Rolle in Recovery, Immunfunktion und Darmgesundheit.
Wirkmechanismen: L-Glutamin ist der Hauptbrennstoff für Darmzellen (Enterozyten) und Immunzellen (Lymphozyten). Bei intensivem Training sinken die körpereigenen Glutamin-Spiegel signifikant, was zu temporärer Immunschwäche und langsamerer Regeneration führen kann.
Wissenschaftliche Studienlage: Studien zeigen positive Effekte von L-Glutamin auf Recovery-Zeiten nach Marathon-Belastungen, Immunfunktion bei Wettkampfsportlern, Darmgesundheit bei Trainings-bedingten Magen-Darm-Beschwerden und Muskelproteinabbau bei Krankheit oder schwerer Erkrankung. Für reinen Muskelaufbau ist die Evidenz weniger eindeutig.
Wirksame Dosis: 5 bis 10 g pro Tag, aufgeteilt auf 2 Portionen. Eine Portion direkt nach dem Training, eine vor dem Schlafen. In Phasen sehr hoher Trainingsbelastung oder bei Wettkampfvorbereitung bis zu 20 g pro Tag.
Anwendungsgebiete: Intensive Trainingsphasen mit 5 bis 7 Einheiten pro Woche, Marathon- und Triathlon-Vorbereitung, Phasen nach Erkältungen zur Immun-Unterstützung, Sportler mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt, Vegane Sportler (Glutamin kommt nur in tierischen Proteinen in größeren Mengen vor).
Geschmack: Reines L-Glutamin-Pulver ist nahezu geschmacksneutral und lässt sich in jedes Getränk einrühren. Kapseln sind ebenfalls beliebt.
Sicherheit: L-Glutamin ist eine der sichersten Aminosäuren. Selbst bei sehr hohen Dosen sind kaum Nebenwirkungen dokumentiert. Bei Lebererkrankungen sollte ärztliche Rücksprache erfolgen.
L-Arginin und Citrullin
L-Arginin ist die Vorstufe von Stickstoffmonoxid (NO), das die Blutgefäße erweitert und die Durchblutung verbessert. In Sport-Supplements wird Arginin für den klassischen Pump und für verbesserte Nährstoff-Versorgung der Muskeln eingesetzt.
Wirkmechanismus: L-Arginin wird in der Gefäßwand zu Stickstoffmonoxid umgewandelt. NO entspannt die glatte Muskulatur der Blutgefäße, was zu Vasodilatation führt. Resultat: mehr Blutfluss zu den Muskeln, besserer Sauerstoff- und Nährstoff-Transport, klassischer Pump.
Paradoxie - Citrullin schlägt Arginin: Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die direkte Arginin-Supplementierung den Arginin-Blutspiegel weniger effektiv erhöht als die Supplementierung mit L-Citrullin. Citrullin wird im Körper zu Arginin umgewandelt und umgeht dabei den hepatischen Abbau, der die Arginin-Bioverfügbarkeit reduziert. Praktisch heißt das: Für Pump-Effekte ist Citrullin Malat 6 bis 8 g effektiver als Arginin 6 bis 8 g.
Wirksame Dosen: L-Arginin 3 bis 6 g pro Portion, L-Citrullin (oder Citrullin Malat im Verhältnis 2:1) 6 bis 8 g pro Portion, 30 bis 60 Minuten vor dem Training.
Weitere Effekte: Über die Pump-Wirkung hinaus zeigen Studien positive Effekte auf Erholungszeiten, Wachstumshormonfreisetzung und teilweise auf die Erektionsfähigkeit (NO-Mechanismus). Letzteres ist auch der Grund, warum Arginin in vielen Männergesundheit-Produkten enthalten ist.
Anwendungsgebiete: Pre-Workout für Pump, Pump-Booster (Stim-Free), Wettkampfsport, Hypertrophie-Phasen mit hohem Volumen, ältere Sportler mit reduzierter NO-Produktion.
Vorsicht bei: Personen mit Herpes-Anfälligkeit (Arginin kann Ausbrüche begünstigen), niedrigem Blutdruck (Vasodilatation kann diesen weiter senken), bestimmten Medikamenten gegen Erektionsstörungen.
Beta-Alanin
Beta-Alanin ist eine nicht-essenzielle Aminosäure, die im Körper zu Carnosin in den Muskelzellen umgewandelt wird. Carnosin wirkt als Puffer gegen die muskuläre Übersäuerung bei hochintensiven Belastungen.
Wirkmechanismus: Bei intensiver Muskelarbeit (15 bis 60 Sekunden Belastung) entstehen Wasserstoff-Ionen, die den pH-Wert in der Muskelzelle senken. Diese Übersäuerung ist einer der Hauptmechanismen der Muskelermüdung. Carnosin puffert die Wasserstoff-Ionen ab und ermöglicht so mehr Wiederholungen und längere Belastungen vor der Erschöpfung.
Wirksame Dosis: 3 bis 6 g Beta-Alanin pro Tag, idealerweise auf 2 bis 3 Portionen verteilt. Die Wirkung entfaltet sich kumulativ über 4 bis 6 Wochen, wenn die Carnosin-Speicher in der Muskulatur aufgefüllt sind. Eine einzelne Pre-Workout-Dosis Beta-Alanin liefert keinen akuten Effekt.
Das Kribbeln (Parästhesien): Beta-Alanin kann ein harmloses Kribbeln auf der Haut verursachen, vor allem im Gesicht und an den Armen. Die Parästhesie tritt 10 bis 20 Minuten nach Einnahme auf, hält 30 bis 60 Minuten an und ist medizinisch unbedenklich. Viele Sportler empfinden das Kribbeln als motivierendes Trainings-Signal. Wer es reduzieren will, verteilt Beta-Alanin auf mehrere kleinere Portionen über den Tag.
Geeignete Sportarten: Kraftsport mit hohen Wiederholungszahlen (8 bis 30 Reps), CrossFit, HIIT, Sprinten, Schwimmen, Boxen, MMA, alle Sportarten mit wiederholten intensiven Belastungen. Wenig Wirkung bei sehr kurzen Maximalkraft-Belastungen unter 8 Sekunden (1RM-Versuche).
Synergie mit Kreatin: Studien zeigen, dass Beta-Alanin und Kreatin synergetisch wirken. Kreatin verbessert die ATP-Regeneration für kurze Maximalkraft-Belastungen, Beta-Alanin verzögert die Übersäuerung bei höheren Wiederholungen. Beide zusammen decken ein breites Belastungsspektrum ab.
Taurin
Taurin ist eine schwefelhaltige Aminosäure mit antioxidativen Eigenschaften, die in vielen Energydrinks und Pre-Workout-Boostern enthalten ist. Es ist nicht-proteinogen, also wird nicht in Proteine eingebaut, hat aber wichtige Funktionen im Stoffwechsel und in der Zellfunktion.
Wirkmechanismen: Taurin unterstützt die Zellmembran-Stabilität, wirkt antioxidativ gegen oxidativen Stress, reguliert den Kalziumhaushalt in Muskelzellen, unterstützt die Gallensäure-Synthese in der Leber und kann die Wasserbindung in der Muskulatur erhöhen.
Wissenschaftliche Studienlage: Studien zeigen positive Effekte auf Ausdauerleistung, Recovery nach intensivem Training und kardiovaskuläre Funktion. Bei Wettkampfsportlern in Ausdauerdisziplinen ist Taurin eine etablierte Ergänzung.
Wirksame Dosis: 1 bis 3 g pro Portion, vor oder während des Trainings. In Pre-Workout-Boostern oft als Standard-Bestandteil in Dosen von 1 bis 2 g.
Anwendungsgebiete: Ausdauersport, lange Trainingseinheiten, kardio-orientiertes Training, Recovery nach intensiven Phasen, vegane Sportler (Taurin kommt vor allem in tierischen Produkten vor).
Mythos „Taurin aus Stierhoden": Der Name Taurin kommt vom griechischen Wort für Stier („tauros"), weil Taurin erstmals 1827 aus Stiergalle isoliert wurde. Heute wird Taurin synthetisch hergestellt, hat nichts mit Stieren oder tierischen Geschlechtsorganen zu tun. Synthetisches Taurin ist molekular identisch zum natürlich vorkommenden.
Sicherheit: Taurin gilt als sehr sicher. Selbst bei sehr hohen Dosen sind kaum Nebenwirkungen dokumentiert. Bei Bluthochdruck-Medikamenten oder Lithium-Therapie ärztliche Rücksprache.
L-Carnitin
L-Carnitin ist eine körpereigene Aminosäure-Verbindung, die Fettsäuren in die Mitochondrien transportiert, wo sie zur Energiegewinnung verbrannt werden. Es wird oft als Fettverbrenner vermarktet, die Wirkung ist allerdings differenzierter zu sehen.
Wirkmechanismus: L-Carnitin ist ein essentieller Transporter für langkettige Fettsäuren in die Mitochondrien. Ohne ausreichend L-Carnitin kann die Fettsäure-Verwertung nicht stattfinden. Das hat L-Carnitin den Ruf als Fatburner eingebracht.
Wissenschaftlich-kritische Einordnung: Bei gesunden Menschen mit ausreichender L-Carnitin-Versorgung ist der körpereigene Spiegel meist ausreichend, der Fettsäuretransport läuft maximal. Eine zusätzliche Einnahme bringt dann keinen Mehrwert. Die Wissenschaftler der Uni Hannover bestätigen, dass die Verwertung bei physiologischer Konzentration ohnehin am Anschlag läuft.
Wo L-Carnitin helfen kann: Bei Vegetariern und Veganern mit reduzierter Aufnahme über Fleisch und Milchprodukte, bei älteren Menschen mit reduzierter Eigensynthese und in bestimmten Trainingsphasen mit sehr hoher Belastung.
Wirksame Dosis: 1.000 bis 3.000 mg L-Carnitin pro Tag, idealerweise vor dem Training mit Kohlenhydraten kombiniert, weil Insulin die L-Carnitin-Aufnahme verbessert.
L-Carnitin-Formen: L-Carnitin-Tartrat (am häufigsten in Pulvern), Acetyl-L-Carnitin (bessere Hirngängigkeit, oft in Nootropika), L-Carnitin-L-Tartrat (LCLT, oft in Sportprodukten). Alle Formen liefern den gleichen Grundeffekt.
Spezielle Produkte: Quamtrax L-Carnitine 3000 (siehe Quamtrax), Olimp L-Carnitine 1500 Extreme, R-Weiler L-Carnitine Shot.
Ausführlichere Informationen zu Fettverbrennern und L-Carnitin-Anwendung findest du unter Fatburner.
BCAA oder EAA: Was ist besser?
Die wissenschaftliche Konsens-Antwort ist klar: EAAs sind den BCAAs überlegen, weil sie das vollständige Aminosäure-Profil liefern, das für maximale Muskelproteinsynthese erforderlich ist.
Theoretische Basis: Muskelproteinsynthese braucht alle 9 essenziellen Aminosäuren in ausreichender Menge. Wenn auch nur eine fehlt oder limitiert ist, kann die Proteinsynthese nicht maximal ablaufen. BCAAs liefern nur 3 der 9 essenziellen Aminosäuren. Die anderen 6 müssen aus dem Körperpool kommen, was bei intensivem Training oder Diätphasen suboptimal sein kann.
Praktische Studien-Ergebnisse: Studien aus den Jahren 2017 bis 2020 vergleichen direkt BCAAs mit EAAs in identischen Trainingsprotokollen. EAAs erreichen in der Regel 30 bis 70 Prozent höhere Muskelproteinsynthese-Raten als BCAAs in äquivalenten Dosierungen.
Praktischer Wahl-Leitfaden:
BCAAs wählen, wenn: Budget knapp ist (BCAAs sind günstiger), Geschmack-Vielfalt wichtig ist (BCAAs gibt es in mehr Aromen), Tradition und Vertrauen in etablierte Marken zählt.
EAAs wählen, wenn: Wissenschaftliche Optimierung wichtig ist, Diätphasen mit reduzierter Proteinzufuhr stattfinden, nüchternes Training betrieben wird, ältere Sportler über 50 Jahre supplementieren wollen, vegane Sportler ergänzen wollen.
Praxis-Hinweis: Wer eine ausreichende Whey-Protein-Versorgung hat (25 g vor und 25 g nach dem Training), bekommt sowohl BCAAs als auch EAAs in optimaler Menge geliefert. Separate BCAA- oder EAA-Supplementierung ist dann nicht notwendig. Sie wird sinnvoll bei nüchternem Training, in Diätphasen oder bei sehr langem Trainings-Volumen.
Wann nehme ich welche Aminosäure?
Die richtige Aminosäure-Wahl hängt vom Trainingszeitpunkt, dem Trainingsziel und der Tageszeit ab. Hier eine praktische Übersicht.
Morgens vor nüchternem Training: 10 bis 15 g EAA in 250 bis 500 ml Wasser, 15 bis 30 Minuten vor dem Training. Liefert Aminosäuren ohne die Verdauungs-Last einer festen Mahlzeit.
Pre-Workout (mit Mahlzeit): 60 bis 90 Minuten vor dem Training eine proteinreiche Mahlzeit. Optional zusätzlich 3 bis 5 g Beta-Alanin, 6 bis 8 g Citrullin Malat und 1 bis 2 g Taurin direkt im Pre-Workout-Booster.
Intra-Workout (während des Trainings): 10 g EAA oder 8 g BCAAs in 500 bis 750 ml Wasser, in kleinen Schlucken während des Trainings. Besonders sinnvoll bei Trainings-Einheiten über 75 Minuten.
Post-Workout (direkt nach dem Training): 25 bis 40 g Whey-Protein oder Mehrkomponentenprotein. Whey liefert bereits hohe Mengen an BCAAs und EAAs. Zusätzlich 5 g Kreatin und optional 5 g L-Glutamin.
Zwischenmahlzeit am Tag: 5 bis 10 g L-Glutamin in einem Smoothie oder Wasser, vor allem an Tagen mit hoher Belastung.
Vor dem Schlafen: 5 bis 10 g L-Glutamin und/oder Casein-Protein. Unterstützt die nächtliche Regeneration.
Bei Diät und Cutting: 10 bis 15 g EAA mehrmals am Tag plus 5 bis 10 g L-Glutamin. Schützt die Muskulatur vor Abbau bei reduzierter Kalorienzufuhr.
Bei intensiven Wettkampf-Phasen: Volle Stack mit Whey, EAA, L-Glutamin, Kreatin, Beta-Alanin, Citrullin Malat und Taurin. Erweiterte Aminosäure-Versorgung für maximale Trainingsleistung.
Die zugehörigen Pre-Workout-Produkte findest du unter Trainings-Booster, Kreatin unter Kreatin und Zell Loader, Whey-Protein unter Eiweißpulver und Protein.
Nebenwirkungen und Sicherheit
Aminosäuren gehören zu den sichersten Supplement-Kategorien. Bei moderater Dosierung sind ernste Nebenwirkungen extrem selten. Trotzdem gibt es einige Punkte, die du kennen solltest.
Häufige milde Nebenwirkungen: Beta-Alanin-Kribbeln auf der Haut (harmlos, nach 30 bis 60 Minuten vorbei), leichte Magenirritationen bei sehr hohen Einzeldosen, Sodbrennen bei sauren Aminosäure-Pulvern, leichte Geruchsbildung im Urin (bei einigen schwefelhaltigen Aminosäuren).
L-Arginin und Herpes: L-Arginin kann bei Personen mit aktiver Herpes-simplex-Anfälligkeit Ausbrüche begünstigen. Lysin wirkt dagegen, weshalb manche Herpes-Patienten Lysin-Supplementierung nehmen.
BCAAs und Diabetes: Sehr hohe BCAA-Dosen können bei einigen Personen die Insulin-Sensitivität beeinflussen. Diabetiker sollten BCAA-Supplementierung ärztlich abstimmen.
L-Tryptophan und MAO-Hemmer: Bei Einnahme von MAO-Hemmern (bestimmte Antidepressiva) kann L-Tryptophan-Supplementierung kontraindiziert sein.
Lebererkrankungen: Bei chronischen Lebererkrankungen ist eine erhöhte Aminosäure-Zufuhr kritisch zu bewerten. Ärztliche Rücksprache ist erforderlich.
Niereninsuffizienz: Bei eingeschränkter Nierenfunktion sollte die gesamte Proteinzufuhr (inkl. Aminosäure-Supplementen) ärztlich abgestimmt werden.
Wer Aminosäure-Supplemente meiden sollte: Schwangere und Stillende (mangels Studien), Personen unter 18 Jahren (Datenlage dünn), Personen mit chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen ohne ärztliche Rücksprache, Personen mit Stoffwechsel-Erkrankungen wie Phenylketonurie (PKU).
Insgesamt: Bei normaler Dosierung und gesunden Erwachsenen sind Aminosäure-Supplemente eine der sichersten Supplement-Kategorien überhaupt. Die Sicherheits-Profile sind in der wissenschaftlichen Literatur sehr gut dokumentiert.
Marken im FitPoint24-Sortiment
FitPoint24 führt die wichtigsten Aminosäure-Marken der europäischen Sporternährung.
Olimp Sport Nutrition: Aus Polen mit BCAA Xplode Powder, Whey Amino 1000, Glutamine Xplode, Arginine Xplode, Taurine und L-Carnitine 1500 Extreme. Olimp ist im Aminosäure-Bereich besonders breit aufgestellt. Details unter Olimp.
Quamtrax Nutrition: Aus Spanien mit EAA MAP, L-Carnitine 3000 und weiteren Aminosäure-Spezialprodukten. Details unter Quamtrax.
ESN (Elite Sports Nutrients): Aus Hamburg mit BCAA Pulver, EAA Crank, L-Glutamin und Beta-Alanin in Premium-Qualität.
Body Attack: Aus Hamburg mit BCAA Pure, EAA Pure und L-Glutamin Pure.
IronMaxx: Aus Hürth mit verschiedenen BCAA-, EAA- und Glutamin-Varianten.
BioTech USA: Aus Ungarn mit BCAA Zero, EAA Zero, Glutamine Zero und Black Blood.
Best Body Nutrition: Aus Walldürn mit preisgünstigen Aminosäure-Optionen.
Scitec Nutrition: Aus Ungarn mit BCAA 6400 (Tabletten), Amino Tabs und Glutamin Pulver.
Optimum Nutrition: Aus den USA mit Gold Standard BCAA und Essential Amino Energy.
Swanson: Aus den USA mit reinen Aminosäure-Kapseln (L-Arginin, L-Glutamin, L-Lysin) für Gesundheits- und Sport-Anwendungen. Details unter Swanson.
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Häufige Fragen zu Aminosäuren
Was sind Aminosäuren?
Aminosäuren sind organische Bausteine, aus denen alle Proteine im Körper aufgebaut werden. Sie enthalten eine Aminogruppe und eine Carboxylgruppe. Insgesamt gibt es 20 proteinogene Aminosäuren, von denen 9 essenziell sind und über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Im Sport werden sie für Muskelaufbau, Regeneration und Leistungssteigerung supplementiert.
Was sind essenzielle Aminosäuren?
Essenzielle Aminosäuren sind die 9 Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann: Leucin, Isoleucin, Valin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Histidin. Sie müssen über die Nahrung oder Supplemente aufgenommen werden. Ein Mangel führt zu Muskelabbau und Stoffwechsel-Problemen.
Was sind BCAAs?
BCAA steht für Branched-Chain Amino Acids und umfasst die drei verzweigtkettigen essenziellen Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin. Sie werden direkt in den Muskelzellen verstoffwechselt und stimulieren die Muskelproteinsynthese über Leucin. Optimales Verhältnis 2:1:1, Wirksame Dosis 5 bis 10 g pro Portion.
BCAA oder EAA: Was ist besser?
EAAs sind den BCAAs wissenschaftlich überlegen, weil sie das vollständige Profil aller 9 essenziellen Aminosäuren liefern. Studien zeigen 30 bis 70 Prozent höhere Muskelproteinsynthese-Raten bei EAAs gegenüber BCAAs in äquivalenten Dosierungen. BCAAs sind günstiger, EAAs effektiver.
Wann sollte ich BCAAs einnehmen?
Bei nüchternem Training (morgens vor dem Frühstück), in Diätphasen mit reduzierter Proteinzufuhr, bei sehr langen Trainingseinheiten über 90 Minuten und bei vegetarischer/veganer Ernährung. Wirksame Dosis 5 bis 10 g, 15 bis 30 Minuten vor oder während des Trainings.
Wie wirkt L-Glutamin?
L-Glutamin ist die häufigste freie Aminosäure im Körper und unterstützt Recovery, Immunsystem und Darmgesundheit. Bei intensivem Training sinken die Spiegel signifikant. Wirksame Dosis 5 bis 10 g pro Tag, aufgeteilt auf 2 Portionen direkt nach dem Training und vor dem Schlafen.
Was ist Beta-Alanin und warum kribbelt es?
Beta-Alanin wird im Körper zu Carnosin in den Muskeln umgewandelt, das die Übersäuerung bei hochintensiven Belastungen abpuffert. Das harmlose Kribbeln (Parästhesie) auf der Haut ist ein bekannter Nebeneffekt, tritt 10 bis 20 Minuten nach Einnahme auf und hält 30 bis 60 Minuten an. Wirksame Dosis 3 bis 6 g täglich, kumulativ über 4 bis 6 Wochen.
Citrullin oder Arginin: Was ist besser für Pump?
Citrullin Malat ist überlegen. Es erhöht den Arginin-Blutspiegel effektiver als direkte Arginin-Supplementierung, weil es den hepatischen Abbau umgeht. Wirksame Dosis 6 bis 8 g Citrullin Malat im 2:1-Verhältnis, 30 bis 60 Minuten vor dem Training. Anders als Koffein entwickelt Citrullin keine Toleranz.
Brauche ich Aminosäuren überhaupt?
Wer ausreichend hochwertiges Protein über die Nahrung deckt (1,6 bis 2,4 g pro kg Körpergewicht aus Fleisch, Fisch, Milchprodukten oder Whey-Protein), bekommt alle essenziellen Aminosäuren in ausreichender Menge. Spezifische Aminosäure-Supplemente lohnen sich bei nüchternem Training, in Diätphasen, bei sehr langem Trainings-Volumen oder bei veganer Ernährung.
Sind Aminosäuren schädlich?
Bei moderater Dosierung und gesunden Erwachsenen sind Aminosäure-Supplemente eine der sichersten Supplement-Kategorien. Ernste Nebenwirkungen sind extrem selten. Vorsicht ist bei Herpes-Anfälligkeit (L-Arginin), Diabetes (BCAAs), chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen und in Schwangerschaft geboten.
Wie viel Aminosäure pro Tag?
Die Dosierung hängt von der spezifischen Aminosäure ab. BCAAs 5 bis 10 g pro Portion, EAAs 10 bis 15 g pro Portion, L-Glutamin 5 bis 10 g pro Tag, L-Arginin 3 bis 6 g pro Portion, L-Citrullin 6 bis 8 g pro Portion, Beta-Alanin 3 bis 6 g täglich, Taurin 1 bis 3 g pro Portion, L-Carnitin 1.000 bis 3.000 mg pro Tag.
Pulver oder Kapseln bei Aminosäuren?
Pulver ist günstiger pro Wirkstoff-Gramm und flexibel dosierbar, aber braucht Wasser zum Lösen und hat oft Eigengeschmack. Kapseln sind praktisch unterwegs, geschmacksneutral und exakt dosierbar, aber teurer und mehrere Kapseln pro Portion notwendig. Heimanwender: Pulver. Vielreisende: Kapseln.
Sind Aminosäuren in Whey-Protein enthalten?
Ja. Whey-Protein liefert alle 9 essenziellen Aminosäuren in hoher Menge, inklusive 5 bis 6 g BCAAs pro 30-g-Portion. Wer ausreichend Whey konsumiert, braucht in der Regel keine zusätzliche BCAA- oder EAA-Supplementierung. Sie wird sinnvoll bei nüchternem Training oder in Diätphasen.
Wo kann ich Aminosäuren in Hamburg kaufen?
In den drei FitPoint24 Filialen in Hamburg-Wandsbek (Wandsbeker Chaussee 299), Hamburg-Hohenfelde (Lübecker Straße 99) und Hamburg-Altona (Max-Brauer-Allee 46) sowie online über den FitPoint24 Shop mit Versand deutschlandweit.